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Mundo do Amor Deutschland e.V. Zwischenbericht 2008

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Ende Juli 2008 war es mir wieder einmal  möglich unsere Projekte in Luanda vor Ort zu besuchen. Zu meiner großen Freude fand ich die Spielzimmer im Kinderkrankenhaus „Dr. David Bernardino“ voller Aktivität vor. Seit 3 Monaten konnte unsere Koordinatorin Frau Nucha Paiva eine neue Assistentin im 2. Stock einlernen. Frau Carmen Fernandes ist 27 Jahre alt und hat selbst 2 Kinder und zeigt bisher großen Enthusiasmus bei ihrer Arbeit mit den kleinen Patienten. Mich überzeugte sie damit als ich gleich zu Beginn meines Besuches miterleben konnte wie sie einen Jungen auf dem Arm nahm und ihm einen Kuss gab. Dies scheint nichts Besonderes zu sein, doch habe ich dies außerhalb der Familie während meiner Arbeit im Krankenhaus in Luanda höchst selten erlebt.

 

Frau Delcia fand ich bei meinem unangemeldeten Besuch im 3. Stock mit dALIM021302en Kindern beim Malen mit Wasserfarben vor. Auch dies scheint nichts Ungewöhnliches, doch habe ich bei anderen Gelegenheiten wenn überhaupt die Patienten vor dem Fernseher vorgefunden.

Das Spielzimmer im Universitätskrankenhaus „ Americo Boa Vida“ musste wegen Einsturzgefahr geräumt werden. Zurzeit finden nun Renouvierungsarbeiten statt und Frau Brigida wurde ein kleinerer Raum für unsere Arbeit zugewiesen. Brigida wird weiterhin von der Schweizer Firma KPMG unterstützt und erhält auf unsere Vermittlung hin nun auch ein Extra für Transport.

In allen drei Spielzimmern konnte zum 1. Juli, dem internationalen Kindertag ein kleines Fest veranstaltet werden.

 

Vom Verwaltungsleiter Herrn Victor erfuhr ich dass durch Spenden der Ölfirmen Esso und Texaco ein Anbau für das Kinderkrankenhaus  geplant ist. Dort soll auch die neue Station für Unter-und Fehlernährung untergebracht werden. Ich brachte mein Anliegen betr. dem fehlenden Interesse und Personal für unser Beratungsprogramm „ Bon Dia Mama„ vor. Im Zusammenhang berichtete er von der Iniative einer spanischen Organisation in der Weiter und Fortbildung für Krankenschwestern. Er wird der verantwortlichen Person den Vorschlag unterbreiten das „ Bon Dia Mama „ Manual als Unterrichtseinheit mit aufzunehmen. Zwischenzeitlich wird er versuchen 2 Krankenschwestern durch den Erhalt von „ Lebensmittelgutscheinen „ für die Arbeit zu mobilisieren.

Im Gespräch mit Mitarbeitern der Tagesklinik des Ernäheungszentrums erfuhr ich, dass vor allem Kinder mit Kwashiokor, einer Eiweismangelerkrankung mit Ödem eingeliefert werden. Dies bedeutet, dass trotz allgemeinem Wirtschaftswachstum in Angola zumindest teilweise Geld für eine ausreichende Ernaehrung mit Milch, Fisch und Fleisch fehlt.

Im Waisenhaus ACCA fand ich die Direktorin Frau Rosaria ebenfalls bei der Arbeit vor. Sie berichtete, dass nun 66 Mädchen dort untergebracht sind. 3 Mädchen wurden eines Abends von einem kath. Priester gebracht, der diese beim Schließen der Kirche dort verlassen vorgefunden hatte. 3 Andere wurden aus einer der Provinzstädte eingeflogen, nachdem ihre Mutter als Witwe versucht hatte Schulden einzufordern und dabei umgebracht wurde. Ich habe den Kontakt zum neuen Lufthansabüro in Luanda genutzt um ACCA für das Hilfe.... vorzuschlagen, dies wurde vom dortigen Büroleiter an die entsprechende Stelle weitergegeben.

Ich erfuhr, dass die Bäckerei durch einen Brand über 3 Monate außer Betrieb war, konnte mich aber selbst davon überzeugen, dass Diese sowie die Kantine nun wieder funktionieren.

 

Erste freie Wahlen seit 16 Jahren in Angola

Am 05. September wurde in Angola gewählt. Die ersten Wahlen überhaupt endeten im September 1992  mit dem erneuten Ausbruch des Bürgerkrieges der erst im Februar 2002 beendet werden konnte.

14 Parteien wurden zur Wahl zugelassen, wobei die regierende Partei der MPLA(Movimento Popular Libertacao de Angola) ungleich mehr Mittel zur Wahlpropaganda zur Verfügung hatte. Die Opposition  u.a.die ehemalige Rebellen Organisation UNITA (Uniao National da Independencia Total) versuchten trotzdem sich der Bevölkerung als gleichberechtigte Parteien darzustellen.

Innerhalb von 2 Tagen nach den Stimmabgaben wurde klar, dass die MPLA mit über 82% der Wählerstimmen als absoluter Sieger aus den Wahlen hervor ging. Gleichzeitig hatte das internationale Beobachter Team die Wahlen trotz Verzögerungen als gerechtes und freies Ergebnis anerkannt. Nicht zuletzt zeigte auch die UNITA, das sie inzwischen fähig ist eine demokratisch gewählte Regierung anzuerkennen.

Nun ist es vor allem dem angolanischen Volk zu wünschen dass die Regierungspartei in den nächsten 4 Jahren zumindest einen Teil ihrer Versprechungen einlösen wird.

Es gilt die nach wie vor große Armut zu bekämpfen, das Bildungs- und Gesundheitswesen weiter auszubauen und vor allem die überall anzutreffenden Korruption einzudämmen.

 

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